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Allein = Einsam ?

Armand

Nein überhaupt nicht.

Heute war ich mit einer sehr lieben Freundin, die ich im Übrigen für das, wie sie ihr Leben lebt und ihre Pläne sehr bewundere              (aber das ist ein anderes Thema) in einem neu eröffneten vegetarischen/veganen Lokal                                                                            (sehr hübsches Lokal, aber auch anderes Thema) .                                             Im Gesprächsverlauf haben wir beide festgestellt, dass Alleinsein sehr schön ist. Und dass es schön ist, wenn man gerne allein ist.

Früher konnte es mir oft nicht zu laut sein, ich glaubte etwas zu versäumen, wenn ich nicht da und dort war. Ich liebte den Rummel um mich rum und wenn ich jeden Tag einen anderen Termin hatte, stimmte mich das froh.

Das hat sich gewaltig geändert. Und ich bin froh darüber. Gewiss, es ist schön sich mit Freunden zu treffen, zu ratschen. Aber ich muss es nicht ständig haben. Das ist ein Vorteil des Älterwerdens, man wird ruhiger und in meinem Fall auch aufmerksamer für die kleinen Dinge. Und es hat lange gedauert, aber jetzt mag ich mich. Und das ist ein schönes Gefühl.

Es gibt einige Frauen in meinem Umfeld, die können es nicht verstehen, dass ich es genieße allein zu sein. Eine Freundin von mir z.B. telefoniert sofort, wenn sie von der Arbeit nachhause kommt, weil sie das Alleinsein nicht aushält. Aber nur wenn man allein ist, kann man die Stille hören. Z.B. Beim Spazierengehen bei schlechtem Wetter am See … vielleicht liebe ich auch deswegen den Bayer. Wald so sehr. Es ist so angenehm still. Sicher kann man auch zu Zweit spazierengehen, aber wenn der „Mitgeher“ dauernd redet, dann nimmt man die verschiedenen Gerüche nicht wahr, hört nicht das schöne Vogelgezwitscher fühlt sich nicht selbst.

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Ich muss gestehen, ganz allein bin ich nie. Ich habe meinen über alles geliebten Rocky dabei. Wir können zusammen genießen. Während ich die Umwelt aufnehme oder meinen Gedanken nachhänge, schnüffelt er zufrieden an verschiedenen Bäumen und Gräsern. Der ideale Gefährte für nicht so ganz mitteilsame Menschen. Und sitz ich dann auf einer Bank und er legt sich neben mich und ich ihm sein weiches Fell kraule, dann macht sich große Zufriedenheit breit.

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Es ist diese Achtsamkeit, die ich bei manchen/vielen Menschen vermisse. Vor lauter Reden nehmen sie nichts anderes wahr. Oft nicht mal den Menschen, der neben ihnen geht oder sitzt.

Ich gehe auch gerne alleine in ein hübsches Cafe. Genieße die Atmosphäre, die Einrichtung, den leckeren Saft oder Kuchen.

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Jeder so wie er mag. Aber ich finde es schade, dass viele sich einsam fühlen weil sie alleine sind. Es ist durchaus schön mit sich alleine zu sein. Ich muss nicht immer alleine sein, aber wenn ich es bin, bin ich deswegen noch lange nicht einsam. 🙂 Und das fühlt sich so gut an!

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Es führen über die Erde Strassen und Wege viel,
Aber alle haben dasselbe Ziel,
Du kannst reiten und fahren, zu zweien und zu dreien…
Den letzten Schritt musst du gehen allein.

Drum ist kein Wissen, noch Können so gut,
Als daß man alles Schwere Alleine tut.

Hermann Hesse

 

 

 

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3. Advent

 

3.Advent

Wahnsinn, in 10 Tagen ist wieder mal Weihnachten.

Viel hat sich diese Woche hier nicht getan.

Heute war ich unter meiner Jacke kurzärmelig, es waren 9 °C. Viel zu warm natürlich für diese Jahreszeit aber sehr angenehm zum Spazierengehen oder an den wunderschönen Chiemsee zu fahren.

Fraueninsel

Ich danke Gott, in dieser wunderschönen Gegend leben zu dürfen.

Am liebsten mag ich so in der Vorweihnachtszeit die ganzen Christkindlmärkte. Aber nur die, die viel Kunsthandwerk anbieten, das man sonst übers Jahr leider nicht so viel bestaunen kann. Zumindest nicht hier auf dem Land.

Allerdings gibt es ja auch noch die Rauhnächte.

In Bayern ist dieser Brauchtum fest verwurzelt. Die Rauhnächte beginnen zum Thomafest am 21. Dezember und gehen bis zum 06. Januar. Der Brauch erinnert daran, dass man dem üblen Treiben der bösen Geister Einhalt gebieten wollte, indem man die Wohnräume und Ställe mit Weihrauch ausgeräuchert hat. Diese Tradition wird bis heute in Altbayern erhalten.

Allerdings wird heute überwiegend nur noch an vier Rauhnächten geräuchert: Zu den wichtigsten Rauhnächten zählen die Thomasnacht (21. Dezember), die Christnacht (24. Dezember), die Silvesternacht (31. Dezember) und die Dreikönigsnacht (6. Januar).

In den Rauhnächten, vom 21. Dezember bis 06. Januar, finden in vielen Gemeinden Bayerns jährlich Perchtenläufe statt. Zu diesem Anlass maskieren sich die Angehörigen von Brauchtumsvereinen mit selbstgeschnitzten Holzmasken, Fellen und Leder. Mit lautem Geschreie, Trommel- und Teufelsgeigenlärm sollen die Winterdämonen vertrieben werden, damit der Frühling kommen kann.

Leider artet dieser Brauch aber in letzter Zeit immer mehr aus. So dass teilweise Perchten ihre Unkenntlichkeit ausnutzen und viel zu fest zuschlagen oder auch umgekehrt, dass verletzt werden.

Schade – wenn Menschen so dumm sind 😥

Perchten

In Ruhpolding findet ein Rauhnachtsmarkt vor der wunderschönen Kulisse des Rauschberges statt. Der Ruhpoldinger Rauhnachtsmarkt öffnet vom 28. bis 30. Dezember 2012 jeweils von 14:00 bis 20:00 Uhr im Kurpark. Hier entsteht eine mystische Rauhnachtswelt, in der heimische Handwerker und Bauern ihre Produkte präsentieren.

http://www.ruhpolding.de/

Wunderbar ist auch der Weihnachtsmarkt auf Gut Aiderbichl bei Salzburg in Österreich. Gut Aiderbichl ist ein großer Gnadenhof, auf dem auch Hunde als Besucher herzlich willkommen sind. Was ja nicht so selbstverständlich ist. So kann ich also noch nach Weihnachten einen wunderbaren Ausflug mit meinem Hund machen, denn der Markt findet noch bis 06.01.2015 statt und ist auch eine tolle Gelegenheit etwas Gutes zu tun. Der Eintritt von 9 Euro ist nicht gerade günstig, aber kommt ja auch den  dort lebenden Tieren zugute.

Und mein Rocky freut sich auch andere Tiere zu sehen und zu riechen. 🙂

http://www.gut-aiderbichl.de/

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Ich wünsche allen ein Stück ihrer vergangenen Kindheit in ihrem Alltag zuzulassen und sich zu freuen an den vielen Lichtern, am Duft der Plätzchen und Lebkuchen und daran, dass wir in Frieden leben dürfen.

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Herrmann Hesse – Weihnachtsabend

Am dunklen Fenstern stand ich lang

Und schaute auf die weiße Stadt
Und horchte auf den Glockenklang,
Bis nun auch er versungen hat.

Nun blickt die stille reine Nacht
Traumhaft im kühlen Winterschein,
Vom bleichen Silbermond bewacht,
In meine Einsamkeit herein.

Weihnacht! – Ein tiefes Heimweh schreit
Aus meiner Brust und denkt mit Gram
An jene ferne, stille Zeit,
Da auch für mich die Weihnacht kam.

Seither voll dunkler Leidenschaft
Lief ich auf Erden kreuz und quer
In ruheloser Wanderschaft
nach Weisheit, Gold und Glück umher.

Nun rast‘ ich müde und besiegt
An meines letzten Weges Saum,
Und in der blauen Ferne liegt
Heimat und Jugend wie ein Traum.