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Zauber der Kindheit

 

Neulich beim Stöbern ist mir mein Poesiealbum in die Hände gefallen.

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Wer kennt sie noch, die Büchlein mit liebevollen oder lustigen Sprüchen, glitzernden Klebebildchen oder schönen Scherenschnitten? Wie schön es doch ist, mal wieder darin zu blättern und sich an längst vergangene Freundschaften zu erinnern. Was wohl aus der ein oder anderen geworden ist? Wo und wie mag sie wohl leben?

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Das ist der Eintrag meines Bruders, mit so viel Liebe geschrieben und gezeichnet.

Scherenschnitt

Ich finde es sehr schade, dass die Kinder heute, wenn überhaupt, diese Freundschaftsbücher haben. Auf vorgefertigte Fragen wird in mehr oder weniger sorgfältiger Schrift geantwortet.

Nicht zu vergleichen mit früher. Als sorgfältig mit Bleistift leichte Zeilen gezogen wurden, damit die Schrift ja gerade wird. Wie traurig man war, wenn jemand mit dem Kleber gepatzt hat oder einen dicken Filzstift hergenommen hat, der sich dann durchgedrückt hat.

Glitzerbild

 In einem schönen Buchladen habe ich vor kurzem zu meiner großen Freude Fleißbildchen entdeckt. Ach wie sehr hab ich mich als Kind gefreut, wenn ich von der Lehrerin eins bekommen habe. Sorgfältig wurden diese in einer Schachtel oder Dose aufbewahrt und hin und wieder abgezählt, wie viele man schon beisammen hat.

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Vieles wirkt natürlich in der Erinnerung durch den Schleier der Jahre verzaubert und so wunderbar beschützt und heimelig. Ich wünsche allen Kindern, dass sie auch diese Momente der Harmonie und des „heilen Lebens“ so oft wie möglich erleben dürfen.

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Advent

Es ist die Vorweihnachtszeit
die selige Zeit unserer Kindheit
nach der wir uns sehnen

Advent, als die Welt noch heil war
die Lichter, die Düfte
die Erwartungen.

Dann stille Nacht, heilige Nacht
und Engel schwebten
durch unsere Träume.

(© Gerhard Rombach)

 

 

Wo ist sie nur die stade Zeit?

Überall in den Geschäften wird schon fleißig dekoriert.

Das steckt schon an. Aber ich warte beharrlich auf den 1. Advent, dann „darf“ auch ich endlich dekorieren. Die Vorfreude ist groß.

Ich habe schon mal etwas Deko hergerichtet, der Rest liegt noch im Keller.

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Weihnachtsdeko_3

Ich mag es ohnehin nicht, wenn schon im Oktober die Lebkuchen, Stollen und Nikoläuse in den Regalen stehen und Anfang November bereits in den Kaufhäusern die beleuchteten, mit Kugeln behangenen Christbäume stehen. Die armen Kinder sind einer Reizüberflutung ausgesetzt, der Christbaum wird zur Normalität. Wie schön war es doch früher, als die Kinder staunend mit großen Augen an Hl. Abend vor dem Christbaum standen. Heute ist das oftmals nichts mehr besonderes für sie. Auch die unentwegte Dudelei der Weihnachtslieder in den Kaufhäusern nervt. Und eigentlich wollen sie doch einem alle nur sagen

KAUF, KAUF, KAUF

das neueste Handy, den neuesten PC… Hauptsache Konsum.

Der eigentliche Sinn ist vielen leider verloren gegangen.  Und das meine ich nicht im christlichen Sinne, sondern die Gemeinschaft, das Innehalten, die Zeit miteinander.

Meine Kinder und ich schenken uns nur eine Kleinigkeit. Aber doch etwas besonderes. Ich habe z. B. heute auf einem Kunsthandwerkermarkt eine selbstgemachte Seife mit Lavendel erstanden.  Nichts großartiges, nicht wahnsinnig teuer und doch etwas besonderes.  Mit meinem Partner habe ich schon vor ein paar Jahren ausgemacht, dass wir uns nichts schenken. Dafür fahren wir dann im Februar oder März auf ein romantisches, verlängertes Wochenende weg. Meistens fahren wir dann in unseren geliebten Bayer. Wald, da lässt sich die Ruhe besonders gut genießen bei einsamen Spaziergängen und schönem Essen in urigen Gasthäusern.

Ich finde gemeinsame Zeit ist doch das Wichtigste was man schenken kann.

Darum versuche ich auch, mich nicht von dieser alljährlichen vorweihnachtlichen Hektik anstecken. Nicht so ganz einfach, aber es gelingt immer mehr.

Auch unseren Christbaum haben wir schon ausgesucht. Bei einem Bauern in der Nähe, der den Baum erst kurz vor Hl. Abend für uns absägt. Regionalität, das ist mir sehr wichtig.

Letztes Wochenende habe ich auch wunderschöne Mistelzweige erstanden. Die werden bei uns günstig verkauft und das Geld wird alljährlich an „Ärzte ohne Grenzen“ gespendet.

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Bei den keltischen Völkern war die Mistel heilig und ein Symbol des Friedens. In ihrem Zeichen versöhnten sich Feinde und gaben sich den Friedenskuss.

In diesem Sinne wünsche ich Allen eine wunderschöne Adventszeit in Frieden und Zeit für Kinder, Familie, Freunde und für sich selbst.

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Advent das ist die stille Zeit,
Die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
Fangt an euch zu besinnen!

Es gab wohl manchmal Zank und Streit
Ihr habt euch nicht vertragen.
Vergesst das Jetzt und seid bereit,
Euch wieder zu vertragen.

Denn denk nicht nur ans eigene Glück,
Du solltest danach streben.
Und anderen Menschen auch ein Stück
Von deiner Liebe geben.

Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
Die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt
Nur Einigkeit und Frieden.

(Unbekannter Verfasser)