Ganz gleich,

wie beschwerlich  das Gestern war,

stets kannst du im  Heute von Neuem beginnen.

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DER MÖNCH UND DIE STILLE

Es war einmal ein Mönch, der in Einsamkeit, Stille und Meditation lebte. Eines Tages besuchten ihn ein paar Menschen und fragten:
„Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille und Meditation?“
Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu den Besuchern:
„Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“
Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!“
Der Mönch wartete eine Weile und fragte dann erneut:
„Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“
Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selbst!“
Der Mönch erklärte:
„Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Man sieht sich selbst! Und nun wartet noch eine Weile.“
Nach einer Weile sagte der Mönch wieder: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“
Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“
Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

(Verfasser unbekannt)

Foto via Pinterest

Die guade oide Zeit

 

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich die Menschen in meinem Umfeld belächelt, die immer wieder von früher erzählt haben.

Die ewig Gestrigen halt, na ja. 😉

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Aber ich beobachte es vermehrt auch an mir selbst. Sehe ich wie neulich im Freilichtmuseum von Markus Wasmeier am wunderschönen Schliersee eine Küche mit Eckbank, die bezogen ist mit Plastik. An den Wänden blumige Tapeten und wild gemusterte Vorhänge. Die Küche sah genauso aus wie bei uns in den 60/70igern.

Mir wurde ganz warm um’s Herz. Ach wie schön gemütlich. Ich konnte meine Eltern, Geschwister und mich förmlich um den Tisch sitzen sehen mit der samstäglichen Buttermilchsuppe, die irgendwann nicht einmal mehr riechen konnte.

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Oder der tolle Toaster, der noch seitlich aufzuklappen war. Wie gern aß ich das darin geröstete Brot mit Schmelzkäse oder Butter. Hmmm, welch ein Genuss. Da kommt heutzutage kein Toaster mit.

Und die Bohnermaschine, nach deren Benutzung man so herrlich im Flur auf den Socken rutschen konnte, als hätte man Schlittschuhe an.

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Das alte Moped. Ich seh vor mir meinen Vater darauf sitzen, mit Anzug und Krawatte herausgeputzt, wie er seine große Liebe und meine spätere Mutter stolz zum Tanz abholt.

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Ich weiß, mein Blick ist verklärt. Es war natürlich nicht alles gut und schön. Aber besonders in diesen Zeiten sehne ich mich nach meiner unbeschwerten, behüteten Kindheit. Keine Ahnung von Krieg, Hunger, Naturkatastrophen.

Dafür im Gras sitzen und Blumenkränze binden. Der Duft von frisch gemähter Wiese macht mich heute noch glücklich.

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Vielleicht brauche ich auch diese Ausflüge in die „gute alte Zeit“, um im Erwachsenenleben bestehen zu können.

Darum mag ich wohl auch Shabby Chic so gerne, denn wie eine liebe Bekannte von mir so schön sagte

„Ich mag halt das alte „Glump“ so gern 🙂

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Alte Zeit

Alte Zeit, nun so fern,

Daß du dahin bist, bedenk ich,

Aber noch immer versenk‘ ich

In deine Bilder mich gern,

Noch immer träum‘ ich von ihnen,

Den Sternen, die einst mir geschienen,

So hell blinkt nie mehr ein Stern.

Alte Zeit, nun so fern,

Daß du vorbei bist, bedenk ich,

Aber zunicke wie lenk‘ ich

Zu dir die Gedanken so gern;

O sag‘ mir, wie ich vergessen

Die Gegenwart, aber statt dessen

Erneuern Vergangenes lern‘.

Alte Zeit, nun so fern,

Daß du vorüber, bedenk ich,

Aber noch immer beschenk‘ ich

Mit deiner Tröstung mich gern;

Sie soll mir dienen zur Labe,

Bis einstmal der sinnige Knabe,

Der Tod, mich geleitet zum Herrn.

Leberecht Dreves (1839)