Shabby Wohnen oder Shabby Ausstellen ?

Schnee, Schnee, Schnee

Kaum meint man jetzt ist’s doch mal wieder gut mit der weißen Pracht, fängt es schon wieder von vorne an. Es sieht ja auch ganz schön aus, aber ich liebe den Frühling.

Darum kaufe ich mir auch jede Woche einen Strauß Tulpen, damit wenigstens in der Wohnung ein Hauch von Frühling herrscht.

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Und was tut Frau so, wenn es draußen kalt und ungemütlich ist?

Genau. Lesen. Ich schaue mir wahnsinnig gerne Wohnzeitschriften an. Am Donnerstag kam pünktlich die neue Zeitschrift von Jeanne d’Arc Living.

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Es ist wirklich schön darin zu blättern, aber ich frage mich immer, wer wohnt in so Ausstellungszimmern? 😦 Auf diesem Bild ist ein Badezimmer abgebildet. Sehr stilvoll.

Jeanne d'Arc_Bad

Aber wo bitte sind die Zahnbürsten und sonstigen Utensilien. Packen die die Bewohner immer in den Schrank? Was ist wenn Kinder mitwohnen? Müssen die auch immer alles wegräumen? Und was ist, wenn ein Bewohner versehentlich ein Dekoelement am falschen Platz hinlegt?  😦

So schön die Wohnungen in den Zeitschriften ja oft anzusehen sind, mir sind sie zu steril. Ich fühle mich durch die Fotos richtig unter Druck gesetzt, weil ich es nie schaffe, dass meine Wohnung – zumindest länger als ein paar Stunden – so aussieht.

Ich würde es viel schöner finden, wenn man Wohnungen zeigt, in denen auch richtig gelebt wird. In denen auch was rumliegt, das jetzt farblich vielleicht nicht ganz so gut zum Mobiliar passt. Z.B. viele bunte Legosteinchen in der durchgestylten Shabbywohnung 🙂

Der Vater meiner Kinder war früher großer Fan der Zeitschrift „Schöner Wohnen“. Bevor Besuch kam, hat er die Zimmer im EG immer penibelst aufgeräumt, kein Spielzeug, kein Strickzeug und die Deko exakt drapiert.  Kaum war aber der Besuch da, der ja auch meistens Kinder dabei hatte, ging es rund. Die super drapierte Decke lag am Boden, die Spielkiste wurde ausgekippt und die stylischen Kissen auf dem Boden verteilt.

Tja, das ist das Leben, anders als in jeder Wohnzeitschrift.

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Wir hatten früher viel Verwandtschaft in der ehemaligen DDR. Auch unsere Urlaube verbrachten wir oft drüben. Dabei mochte ich u.a. auch immer gerne die kleinen Geschenke, die im heutigen Sinne wohl als Shabby bezeichnet werden dürfen.

Sehr originell und ökologisch fand ich diese Badeschwämme. Ein Perlonsäckchen in der Form einer Blume, in den man die Seifenreste reinsteckte. Peeling, Einseifen und Verwerten in einem. Ist doch super.

Badeschwamm2

Als ich zuhause auszog, bekam ich von meiner Tante aus der ehemaligen DDR einen Wäscheklammernsack in Form eines Kleidchens und mit dem damals total angesagten Saray Key Stoff.

Oh, hab ich mich gefreut. Ich habe dieses Geschenk bis vor ein paar Tagen auch noch benützt. Aber das über 25 Jahre draußen oder im Waschraum hängen hat dem Klammernsack schon sehr zugesetzt.

Das war nun nicht mehr Shabby chic, das war nur noch furchtbar schäbig.

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Da ich unbedingt wieder so etwas ähnliches wollte und ich nicht sehr gerne nähe, habe ich mich mal ein bisschen auf Dawanda umgesehen. Bei Schick mit Stick bin ich dann auch fündig geworden. Wenn ich diesen Klammernbeutel auch wieder über 25 Jahre benutzen kann, bin ich überaus zufrieden 😉 Und den alten Shabby Kleiderbügel habe ich natürlich wieder in den Klammernbeutel reingesteckt.

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Schaut doch mal auf ihre Seite. Sie hat viele schöne Sachen, zu günstigen Preisen. Selbermachen sollte doch belohnt werden.

http://de.dawanda.com/shop/SchickmitStick?noc=520639

So, das war’s mal wieder für heute, natürlich nicht ohne einem schönen Gedicht, diesmal von Gottfried Keller.

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Frühlingsglaube

Es wandert eine schöne Sage

wie Veilchenduft auf Erden um,

wie sehnend eine Liebesklage

geht sie bei Tag und Nacht herum.

Das ist das Lied vom Völkerfrieden

und von der Menschheit letztem Glück,

von goldner Zeit, die einst hienieden,

der Traum als Wahrheit, kehrt zurück.

Wo einig alle Völker beten

zum Einen König, Gott und Hirt;

von jenem Tag, wo den Propheten

ihr leuchtend Recht gesprochen wird.

Dann wird’s nur Eine Schmach noch geben

nur eine Sünde in der Welt:

Des Eigen-Neides Widerstreben,

der es für Traum und Wahnsinn hält.

Wer jene Hoffnung gab verloren

und böslich sie verloren gab,

der wäre besser ungeboren:

Denn lebend wohnt er schon im Grab.

 

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Neues Jahr, Neuer Tatendrang

Noch einmal ein letztes Foto vom Christbaum und schon wandert er wieder aus der Wohnung. Ich kaufe immer einen Anhänger für 3 Euro, dann wird er abgeholt und der Erlös wird für wohltätige Zwecke gespendet.

Wenn der arme Baum schon sterben musste, so hat er jetzt doch noch einen Sinn.

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Seit ich Weihnachten 2013 beschlossen habe, den Christbaum nicht mehr in rot/gold sondern in weiß/silber zu schmücken, sind wieder ein paar schöne Stücke dazugekommen. Auf einem Flohmarkt habe ich schon im Herbst schöne alte Kugeln bekommen. Nächstes Weihnachten sollen noch ein paar schöne alte Stücke dazu kommen.

Und ja, ich weiß natürlich, dass echte Kerzen viel romantischer wären, aber da der Christbaum in den zwei Wochen fast ständig brennt, wäre ich mir viel zu faul, ständig die Kerzen anzuzünden und auszuwechseln. Darum die energiesparenden LED-Leuchten als Alternative. 🙂 🙂

Da ich jetzt 14 Tage Urlaub hatte, von denen ich ein paar Tage in dem wunderschönen im Thermal Spa & Romantik Hotel Mühlbach in Bad Füssing verbracht habe, habe ich auch gleich meinen Flur etwas umgestaltet.

Die Garderobe war in Fichte natur, deshalb habe ich sie in weiß gestrichen. Ebenso die – vorher orangen – Bilderrahmen. Auf der Hutablage hatte ich zwar schöne Körbe stehen, die allerdings nicht zum Shabbystil passten. Deshalb habe ich jetzt dort runde, romantische Schachteln stehen, in denen ich Handschuhe und Co. aufbewahre.

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Neben der Garderobe habe ich ein wunderschönes altes Hemdchen aufgehängt mit einer filigranen  Spitzenweste darüber. Die Weste habe ich im Sommertollwood (Pflichttermin) an dem wunderschönen Stand von Rena Gerrits erstanden. Rena Gerrits verkauft ganz tolle Vintagekleidung aus neuen und alten Stoffen.

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Das ist der wunderschöne Stand von Rene Gerrits

Rena Gerrits

http://www.Tollwood.de

Demnächst möchte ich auch das Regal im Flur umgestalten. Es beherbergt zahlreiche Schuhe und obenauf Körbe mit Schuhputzzeug und dergleichen. Die Bretter streiche ich auch in weiß, aber ich habe noch keine so richtige Idee, wie ich die zahlreichen Schuhe schön verstecke, so dass sie gut zugänglich sind. Auch der Türöffner muss noch zugänglich sein. Vielleicht bringe ich einen Vorhang ein. Oder hat jemand eine tolle Idee und möchte mir diese gerne verraten? 😉

Letztens habe ich einen wunderschönen – aber leider auch sehr teuren – Vorhang von Lene Bjerre gesehen. Wenn jemand einen Vorhang weiß, der den Vorhängen von Lene Bjerre ähnlich ist, aber  günstiger ist, BITTE MELDEN. 🙂

Vorhang_Lene Bjerre

Die Ideen sind im Kopf, es wird auch 2015 nicht langweilig!

Diese Bild zeigt übrigens meinen Balkon in der heutigen Nachmittagssonne.

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Beherzigung

Ach,  was soll der Mensch verlangen?
Ist es besser, ruhig bleiben?
Klammernd fest sich anzuhangen?
Ist es besser, sich zu treiben?
Soll er sich ein Häuschen bauen?
Soll er unter Zelten leben?
Soll er auf die Felsen trauen?
Selbst die festen Felsen beben.
Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder,  wie ers treibe,
Sehe jeder,  wo er bleibe,
Und wer steht, dass er nicht falle!

Johann Wolfgang von Goethe