Ein Licht in dieser dunklen Jahreszeit

In meiner sehr katholisch geprägten Heimat gab es auf dem Land den Brauch, zu Maria Lichtmess am 2. Februar der Braut, den Töchtern oder auch weiblichen Dienstmägden Wachsstöcke zu schenken. Diese Lichtmess-Wachsstöcke wurden, da es damals noch kein elektrisches Licht gab, in der dunklen Jahreszeit zur Morgen- und Abendandacht in die Kirche mitgenommen und dort angezündet, um im Gesangbuch lesen zu können.

Heute gibt es diesen Brauch kaum noch, Wachsstöcke werden vorwiegend maschinell hergestellt und in Wallfahrtsorten verkauft.

Maria Rehrl aus Teisendorf fertigt heute noch mit der Hand in künstlerischer Kleinarbeit wunderschöne Wachsstöcke an.

http://www.klosterarbeit.com/

Meine Tochter bekam zur Taufe von ihrer Patin einen Wachsstock.

Damals vor 28 Jahren fand ich das Geschenk furchtbar kitschig, heute steht es bei mir auf einem kleinen Altar und ich finde es wundbar kitschig.

Maria Lichtmess1

Maria Lichtmess5

Maria Lichtmess6

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und man abends nicht mehr im Biergarten, am See oder auf einer Alm sitzt, hat man wieder Zeit und Muße bei einer schönen Kanne Tee zu basteln, zu handarbeiten, Gesellschaftsspiele mit Freunden und Kindern zu spielen und vieles mehr. Auch ein Puzzle entspannt ungemein (falls es nicht zu schwer ist ;).

Ich mag diese Zeit sehr gerne. Man kommt zur Ruhe.

Das neuzeitliche Wort dafür ist wohl „Entschleunigung„.

Man hat fast den Eindruck, die Welt dreht sich etwas langsamer. Man schließt die Rolläden, zündet Duftkerzen an und freut sich an der behaglichen Wohnung.

Zeit und Muße darüber nachzudenken, was man in seinem Heim verändern könnte, bevor die Hektik draußen wieder anbricht und überall die Weihnachtsmusik dudelt, nicht besinnlich sondern nur auf den Kommerz ausgerichtet.

Herbst1

Herbst3

 

Herbst2

Herbst
Die Blätter fallen,
fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

 

 

 

Advertisements

Blätterfall

 

Ach wie wunderschön! Noch einmal zeigt sich heute der Herbst von seiner schönsten Seite.

Wetterhäuschen

Die Sonne strahlt und es ist wunderschön am Fluß spazierenzugehen, das bunte Laub raschelt unter den Füßen und der Hund tobt durch die Bäume.

Herrlich. So könnte es meinetwegen noch lange weitergehen.

Ich habe heute mal meinen kleinen alten Puppenkoffer dekoriert. Wo früher die Kleidchen meiner Lieblingspuppen drin waren, habe ich jetzt eine Glaskaraffe und Uraltseife von Avon.

Koffer mit Wuzei

 

Vor dem Koffer liegt ein altes Kuscheltier, das für mich einen großen Wert hat. Es ist ein kleiner Tiger, dem leider schon ein Ohr fehlt. Mein Bruder hat ihn mir gebastelt als er für längere Zeit in einer Kinderklinik lag. Ich war damals ca. 3 Jahre alt und liebe seitdem mein „Wuzei“ heiß und innig.  Fast jeder hat wohl so eine Erinnerung, die keinen materiellen Wert hat aber einen sehr großen ideellen Wert.

Auch auf meinem Regal im Wohnzimmer, dass mir mein lieber Herr Shabbytraum gebastelt hat, befindet sich so eine Erinnerung mit sehr großen ideellen Wert.

Regal1

Meine Mama hat in den frühen 60igern in unserem Dorf in einer Limonadenfabrik gearbeitet. Das gute daran war, dass wir zu Hause immer leckere Limonade in den abenteuerlichsten Farben hatten.

Rote Limonade aus Himbeeren, grüne aus Waldmeister usw.

Aus dieser Zeit habe ich noch diese alte, sehr gut erhaltene Limonadenflasche von der Firma Rammelsberger in Tyrlaching. Ein wahrer Schatz für mich.

Limoflasche1

Zucker_Milch

Die Leisten stehen symbolisch für meinen Papa, der gelernter Schuhmacher war. Schuster durfte man nicht sagen, da wurde er sauer. Denn er konnte nicht nur Schuhe richten sondern auch Schuhe nach Maß anfertigen. Ich weiß ihn nur zu gut, wie er in seinem grauen Kittel stundenlang vor der Schustermaschine saß und klebte, hämmerte und nähte. Abgelaufene Absätze gab es bei uns nie. Und nicht geöffnete Schuhbänder konnte er gar nicht ausstehen. Zu tun hatte er reichlich, denn sämtliche Verwandten, Freunde und Nachbarn brachten zu ihm die Schuhe. Leider ist dieses schöne alte Handwerk beinahe ausgestorben. Seine Maschinen stehen nun in einem kleinen Museum in der Gemeinde Tacherting, da wir leider keinen Platz dafür hatten.

Leisten

Schustermaschine

Schusterahle

Noch heute liebe ich den Geruch von echtem Leder als Erinnerung an meinen Vater.

Ich werde mich jetzt noch ein bisschen hinaus setzen und die Nachmittagssonne und die letzten blühenden Pflanzen genießen.

Hortensien_rosa

Blätterfall

Der Herbstwald raschelt um mich her.
Ein unabsehbar Blättermeer
Entperlt dem Netz der Zweige.
Du aber, dessen schweres Herz
Mitklagen will den großen Schmerz:
Sei stark, sei stark und schweige!

 Du lerne lächeln, wenn das Laub

Dem leichteren Wind ein leichter Raub

Hinabschwankt und verschwindet.
Du weißt, dass just Vergänglichkeit
Das Schwert, womit der Geist der Zeit
Sich selber überwindet.

Christian Morgenstern
(1871 – 1914)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Goldener Oktober

Ich war ein paar Tage in der wunderschönen Wachau in Niederösterreich.

IMG_0659

Bei einem Ausflug nach St. Pölten habe ich diesen süßen Laden entdeckt.

http://derkleineladen.businesscard.at/

Der kleine Laden 1

Der kleine Laden 2

Der kleine Laden
Rathausgasse 10
3100 St.Pölten
Bundesland Niederösterreich
Österreich

 

Schöne Schilder, Keramik, Spitzenborten, Schüsseln, Töpfe etc.

So ein Lädchen würde ich auch zu gerne besitzen. Seufz.

Nachdem mein Sohn an diesem Tag sehr gut gelaunt war, „durfte“ ich mich umsehen und einen süßen kleinen alten Topf kaufen.

In diesem wird wohl wieder eine Sukkulente Platz finden. 🙂

Bei einem Spaziergang habe ich dieses wunderschöne alte Fenster entdeckt. Wie wunderschön shabby. Allerdings würde ich es viel schöner dekorieren.

IMG_0658

Vor kurzem habe ich mir ein Haus zum Mieten angesehen, das Haus kam zwar leider nicht in Frage, aber im Heizungskeller entdeckte ich einen alten Stuhl, der eingeheizt werden sollte. Ein Wahnsinn.

Auf Nachfrage habe ich diesen GESCHENKT bekommen. Da freut sich das Shabby-Herz. Ich bin strahlend mit dem Stuhl im Auto nach Hause gefahren.

Ich glaube, die Eigentümer haben mich für leicht verrückt gehalten. 😉

Jetzt weiß ich nur nicht, soll ich ihn schleifen und neu streichen oder lass ich ihn so?

Hmmm, jetzt dient er erstmal für die Herbstdeko.

Stuhl mit Erika